Soziales

EMOTION REGULATION #12: LOHNENSWERT

Gerade vom “Basel Peace Forum” zurückgekehrt, schwanke ich zwischen verschiedenen Gefühlen – von der Inspiration durch die vorgestellten Projekte und Workshops bis hin zur Überwältigung durch die Komplexität der Friedensförderung mit ihren vielen verschiedenen Dimensionen. Zudem bin ich mitten in der Planung für das laufende Jahr und jongliere mit einer langen Liste von dringenden Aktivitäten. Ich möchte alle Aufgaben auf der Grundlage unserer Ergebnisse bestmöglich angehen, da das Projekt hier neue Einblicke in die Ansätze der Friedensförderung geben soll.

Trotz einer Datenfülle, die noch vor einem Jahr unvorstellbar war, zeichnet sich noch kein einfaches Narrativ ab und daher ist auch keine mögliche Veröffentlichung in Sicht (was im akademischen Bereich die harte Währung ist). Ausserdem möchte man schliesslich all die aufregenden neuen Dinge, die man gefunden hat, seiner relevanten Gemeinschaft mitteilen…

Bei all diesen Dynamiken muss ich an einen Freund von mir denken, der Forschungsgruppenleiter im sehr wettbewerbsintensiven Bereich der biomedizinischen Grundlagenforschung ist. Er sagte einmal zu mir: “Selbst wenn es überhaupt keine Veröffentlichung gibt, ist es ein lohnenswertes Unterfangen, zu promovieren”, was eine sehr erstaunliche Aussage von jemandem ist, der den Wert guter Veröffentlichungen am besten kennen sollte (“publish or perish”) und der selbst seine Festanstellung aufgrund einer hervorragenden Veröffentlichungsbilanz in den “grossen Drei” – Nature, Science & Cell – erhalten hat.

Was könnte er damit meinen? Der berühmte Psychologe Victor Frankel sagte einmal: “Zielen Sie nicht auf den Erfolg – je mehr Sie ihn anvisieren und zu einem Ziel machen, desto mehr werden Sie ihn verfehlen. Denn der Erfolg kann, wie das Glück, nicht angestrebt werden; er muss sich einstellen, und zwar nur als unbeabsichtigte Nebenwirkung des Engagements für eine Sache, die grösser ist als man selbst.”

Unser Engagement für eine grössere Sache ist definitiv vorhanden und wir können sogar erste Nebeneffekte durch unsere Anwesenheit hier “auf der Naht” sehen.

Die letzten Wochenenden waren Zeiten, in denen wir nach unserer Abwesenheit liebe israelische, deutsche und palästinensische Freunde wiedergetroffen haben, Beziehungen aus allen Lebensbereichen sowie längst verlorene Freunde aus unserer humanitären Zeit.
Diese Beziehungen bringen Menschen zusammen, die sich im “normalen” Leben nie begegnet wären, und überbrücken die Kluft zwischen sehr unterschiedlichen Gruppen von Menschen. Dies ist ein Weg, die Herzen im täglichen Leben hier in der Gemeinschaft unserer Freunde zu verbinden, der den Nahostkonflikt in geringem Umfang, aber auf natürliche und effektive Weise beeinflusst.

Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt und wie erfolgreich wir mit unserem Ansatz sein werden. Bis jetzt hat das Projekt den Nahostkonflikt nicht gelöst, aber wenn man den Reichtum an gegenseitigen Beziehungen sieht, der nur dadurch entstanden ist, dass wir dort sind, wo wir sind, hat sich die ganze Mühe schon gelohnt! 

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