PALAZZO PEDRAZZINI. VA AVANTI.

Vor einigen Wochen hatte ich von einem Objekt berichtet, über das ich Anfang des Jahres gestolpert war, den Palazzo Pedrazzini in Campo, Vallemaggia. Zugefallen – Palazzo Pedrazzini

Die Stiftung WeContribute hat inzwischen ein offizielles Angebot für den Kauf eines Grossteils des historisch tief verankerten und traumhaft gelegenen Anwesens eingereicht, welches von der Eigentümerschaft auch gutgeheissen wurde. Va avanti!

Aktuell werden die Vorverträge ausgearbeitet – viel Juristerei. So gar nicht mein Thema aber gehört nun einmal dazu. Parallel läuft die Aufbereitung aller notwendigen Unterlagen für die Finanzierungspartner. In den nächsten Tagen und Wochen soll das gesamte Objekt in 3D vermasst und die Umgebung mit einer Drohne aufgenommen werden. Das wird dann ganz besonders spannend. Wir alle werden virtuell durch die alten Gemäuer schweben und uns ein Bild von den Dimensionen machen können. Bis Ende Juni wäre toll wenn wir dann schon den ersten Vorschlag für die neue Nutzung bereit haben. Unser Architekt steht in den Startlöchern.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal auf etwas recht Ungewöhnliches hinweisen: Seit dem Anfang Februar, als ich das erste Mal vom Palazzo Pedrazzini erfahren hatte, hat sich so unglaublich viel ereignet. Ich habe das Gefühl, als würde ich den Ort Campo schon ewig kennen. All die Geschichten, die mir zugetragen werden, alle die Menschen, die ich in diesem Zusammenhang schon kennenlernen durfte, all die (bisher ausnahmslos!) positiven Reaktionen, die ich erfahren darf, das ist schon alles sehr speziell – und ich bin unsagbar dankbar für all den Zuspruch und die Unterstützung!

Mittlerweile hat es sich eingependelt, dass ich alle zwei Wochen drei Tage irgendwo zwischen Locarno und Campo verbringe. Das ist schon immerhin 25% meines Lebensmittelpunkts. Und es fühlt sich grossartig an! Der regelmässige Szenenwechsel und die tollen, neuen Begegnungen sind jeweils wie ein mentaler Supercharger für mich. Campo – und alles was damit zu tun hat – kann ich wohl offiziell als meinen ‘Kraftort’ deklarieren. Was sich nebenbei immer wieder an zusätzlichen Kontakten ergibt, komme ich kaum nach, zu konsolidieren. Und, inzwischen ist auch der Frühling auf 1’300 Meter eingekehrt.

Zur Finanzierung: Alle Banken mit denen ich rede, haben grosse Freude an einer Teilfinanzierung des Projekts. Für eine alleine wäre das dann wohl auch arg gross. Eine 100% Beteiligung wird es daher kaum geben. Konsolidiert sind wir bereits bei über 100% und ich bin daher recht zuversichtlich, dass wir dieses Projekt stemmen können und dann auch die finalen Zusagen bekommen werden.

Mittlerweile haben wir selbstverständlich auch einen Baukostenplan vorliegen, der uns die Richtung zeigt. Nächster Schritt ist die Erstellung von detaillierten Plänen aufgrund welchen dann jedes Gewerk im Detail durchgerechnet werden kann. Das wollen alle Beteiligten sehen bevor es weitergeht – ich auch.

Für die Geologie-Affinen habe ich im Archiv gefunden: Auf dem folgenden Foto ist die historische Verschiebung des Plateaus auf dem Campo liegt, schön eingezeichnet. Wirklich eindrücklich wie besonders die Kirche in einem Stück gewandert ist.

Die oberste Bodenschicht des Plateaus hatte sich über einen relative kurzen Zeitraum so “gleichmässig” bewegt, dass keine Verwerfungen entstehen und stabile Gebäude einfach mitwandern. Aber auch nicht nur. Hier im Tal ist viel zerstört worden über die Jahrhunderte der Besiedlung.

Und wichtig ist: ‘bewegt hatte’. Seit Draiage und Kanal gebaut worden sind, ist das Plateau stabil. Fertigstellung war 1991, 89 Millionen hat das Projekt gekostet.

Inzwischen habe ich auch Gespräche mit Landeigentümern aus Campo und Umgebung geführt. Wir können davon ausgehen, dass wir genügend hervorragendes Landwirtschaftsland langfristig für unsere Permakultur- und Waldgartenpläne zur Verfügung gestellt bekommen werden.

Und noch ein Satz zum Zeitplan: Mit Sousterrain und Dachgeschoss haben wir fünf Stockwerke zu sanieren und auszubauen. Grob umrissen: ein Jahr Planung, dann Baubewilligung, dann 30 Monate Bauzeit.

Weil mich der Stein aus dem Maggiatal in all seinen Formen, Farben und Facetten so sehr fasziniert, habe ich hier eine kleine Auswahl meiner Favoriten zusammengestellt…

Hier ein Beispiel wie ein Baudenkmal im Maggiatal in meinen Augen wieder schön hergerichtet wurde. Das Objekt steht wenige Meter vom Palazzo entfernt.

Unser Team soweit:

  • Bauherrschaft: Oliver Fink, Stiftungsrat Stiftung WeContribute, Zürich
  • Gesamtleitung: Kai Isemann, Geschäftsführer 1618 AG, Adliswil
  • Baumanagement: Michele Branca, Geschäftsführer Branca S. A., Locarno
  • Architekt: Mauro Minazzoli, Mauro Minazzoli Architekten, Locarno
  • Umgebung: Stéphanie Rauer, Geschäftsführerin GiOCa, Bellinzona
  • Beratung Denkmalschutz: Eric Kempf, Universität Lausanne, Lausanne
  • Finanzen: Christian Klumpe, COO Braingelist GmbH, Zürich
  • Legal: Alexandra Strange, Partnerin Habibian Strange, Zürich
  • Gastronomie: Agnese Zgraggen, Officina Del Gusto, Locarno
  • Hotellerie: offen
  • Kommunikation & Medien: offen
  • Delegierter des Stiftungsrates vor Ort: offen
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