LIVE4NEIGHBORS

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‘Die Schweiz befindet sich in einer ausserordentlichen Lage.’ meldet das Bundesamt für Gesundheit am 17. März 2020. Und wie wir innert wenigen Tagen feststellen mussten, ist unsere Gesellschaft trotz all unserer vermeintlichen Schläue völlig überfordert. 

In schwierigen Zeiten verlassen wir uns immer auf diejenigen Menschen, die uns am nächsten stehen. Diese Geborgenheit der kleinen Gemeinschaft bleibt uns im Moment leider oft versagt – was ganz bestimmt auch sinnvoll ist. 

Was den meisten von uns in vielen Situationen ebenfalls hilft, ist die Musik. Sie kann uns verzaubern und in rauen Zeiten einen Cocoon bieten, in dem wir (zumindest für einen Moment lang) unsere Seele parken und neue Energie sammeln können. 

Unseren Musiker/innen (wie auch vielen anderen Kulturschaffenden) stehen, als meist selbständig Erwerbende, schwierige Zeiten bevor. Veranstaltungen sind abgesagt, Gagen bleiben aus. Als nicht systemrelevant geltend werden Kulturschaffende wohl auch kaum zu Oberst auf der Notfall-Liste des Bundesrates und schon gar nicht der Finanzindustrie stehen. Die Kultur muss sich selbst retten! 

live4neighbors versucht dieses plötzlich entstandene Vakuum überbrücken zu helfen; einerseits um den Musiker/innen eine kleine (wenn auch etwas ungewöhnliche) Bühne zu bieten, sodass sie ihre Arbeit darbieten und ein klein wenig Umsatz generieren können und andererseits, um uns Bürgern, meist verunsichert und allesamt leidend (wenn auch gesamthaft immer noch auf hohem Niveau; jeder hat dann aber doch seine/ihre ganz eigene Geschichte), einen Raum der Gemeinschaft und Vertrautheit zu bieten. Wünschen wir uns doch nichts sehnlicher als eine kurze Auszeit und das Gefühl, ‘Ich bin nicht alleine hier; wir stehen das zusammen durch.’ 

Die Regeln sind denkbar einfach und werden vom Bundesamt für Gesundheit vorgegeben: 

  • live4neighbors ist Live-Musik von Fenster zu Fenster, ab dem 21. März 2020 täglich, mindestens bis 21. April 2020, jeweils von 18.00 bis 18.30 Uhr, schweizweit
  • Das erste Lied ist immer Imagine (John Lennon).
  • Es dürfen keine Menschenansammlungen stattfinden. Die Künstler/innen werden dazu aufgerufen, bei Ansammlungen sofort abzubrechen. 
  • Den Künstler/innen steht es frei, ihre Darbietung über Watch-Parties ‘ins Netz’ zu stellen und Donation-Aktionen durchzuführen. 
  • Unterstützt die Künstler/innen (unbedingt!) aber haltet Abstand auf dem Weg zum Briefkasten für die Gage.

Der Mensch war in aussergewöhnlichen Situationen schon immer zu Aussergewöhnlichem fähig. Das wird jetzt nicht anders sein. 

Lasst uns die Kulturschaffenden nicht untergehen. Sie haben uns oft genug in schwierigen Zeiten unterstützt!

Liebe Grüsse, gute Gesundheit und tolle Unterhaltung wünscht,

Kai Isemann

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