ENKELTAUGLICH WIRTSCHAFTEN AKTUELL VOM 09.09.2020

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

Seit unserem letzten Artikel WAS MACHT MACHT’ hat sich einiges getan. Der Artikel hat mittlerweile fast 5’000 Leser/innen erreicht und viele unmittelbare Reaktionen nach sich gezogen, die wohl interessanteste von der verantwortlichen Staatsanwaltschaft selbst – die Abgabe des Falls. Wir sind nun alle gespannt auf die weiteren Entwicklungen und ob Thomas Stein mit seinem perfiden Plan durchkommt oder ob Recht haben und Recht bekommen doch noch etwas miteinander zu tun haben und Lothar Schmid seinen Kampf durchsteht.

Durch Vorfälle wie den berichteten werden wir allerdings auch inspiriert andere Akzente zu setzen. So freut es mich ungemein, dass die 1618 AG beim Aufbau und langfristigen Betrieb eines Assessment Centers mitwirken darf, welches sich den drei Säulen eines tatsächlich nachhaltigen Handeln verschrieben hat – ökologisch, sozial und wirtschaftlich sinnhaft – und welches die Basis für eine neu(artig)e Crowdfunding/-lending Plattform sein wird. ‘Enkeltauglich Wirtschaften’ wird salonfähig werden und wir dürfen mit dabei sein! Mehr dazu später im Herbst.

In den letzten Wochen häufen sich die Meldungen über gross angelegte Entlassungen, besonders im Finanzbereich. Die gesamte Neue Aargauer Bank oder das Management Team der Bank Vontobel (heute Morgen zu lesen bei Inside Paradeplatz) sind nur einige der aktuell präsenten Namen in diesem Zusammenhang. Ich selbst habe einige Jahre lang Ü50 Arbeitssuchende für das Amt für Wirtschaft betreut und bin entsetzt darüber wie wir als Gesellschaft mit dem Thema Alter (welches bestenfalls ja auch Erfahrung und Netzwerk mit sich zieht) umgehen. Da werden neu gegründete Firmen gesamthaft von unseren Pensionskassen abgelehnt weil die Firma einen über 60-Jährigen beschäftigen will und Ähnliches.

Für das Amt für Wirtschaft und die zugrunde liegenden Versicherungen ist das alles selbstverständlich ein Desaster. Die teuersten Arbeitnehmer/innen kommen in Fluten und erreichen jede/r Einzelne das Maximum des Taggeldsatzes. Was tun? Ganze Abteilungen werden vom Amt für Wirtschaft aus dem Boden gestampft, um diesem Segment gerecht zu werden und die Unmengen an neuen und auch für das Amt teuersten Arbeitssuchenden wieder in den Markt zu integrieren. Hierfür werden auch eine Vielzahl an Programmen angeboten, alles sehr gut organisiert und rühmlich. Aber, malen wir uns einmal das Bild:

Es sitzen 20 frischgebackene Coaches mit überschaubarer Lebenserfahrung in einem Grossraumbüro, jeder hat sein toll hergerichtetes Kabäuschen und jeder empfängt im Stundentakt Filial- und Abteilungsleiter, Geschäftsführer, erfahrene Kundenberater etc. und diese Coaches sollen diesen gestandenen Geschäftsleuten erklären wie sie sich am Besten (Schnellsten) wieder irgendwo platzieren können, in einem Markt, der gerade nicht viel zu bieten hat. Das Ganze wird, für den Fall dass sich die (Finanz-)Wirtschaft nicht schnell wieder erholt, eine ganze Weile so gehen und jede Menge Gelder werden in den Unterhalt dieser Abteilungen, die Kurse und die Tagesgelder gesteckt.

Und jetzt stellen wir uns den gleichen Raum vor, mit diesen 20 arbeits- (und wer in dieser Situation schon einmal war, weiss das) oft genug auch sinnsuchenden Menschen, keine Kabäuschen, aber zwei oder drei ‘Facilitators’, erfahrene Management-Coaches. Und die bündeln all die Erfahrungen, Ideen, Energien und Netzwerke im Raum und unterstützen die Teilnehmenden, voneinander bei deren individuellen und/oder (vielleicht mit einer neuen Idee und dem neuen Netzwerk) gemeinsamen Entwicklung, sinnerfüllt einen neuen Weg zu gehen, begleitet von Profis.

Mir gefällt dieses Bild recht gut und einigen anderen offenbar auch. Es hat sich nun ein Netzwerk aus erfahrenen Coaches und Unternehmern zusammengetan, um oben Gezeichnetes als Alternative anzubieten. Eine Alternative, die dem Zeitgeist entspricht. Individuelle Beratung, regelmässige Kurse, massgeschneiderte Lösungen und Outboarding Programme für Firmen (bevor es überhaupt zu einem teuren Gau kommt) und Arbeitsämter werden angeboten. Und der Fokus liegt nicht auf ‘Wie komme ich so schnell wie möglich irgendwohin?’, sondern auf ‘Welche Verantwortung erfüllt mich und macht tatsächlich Sinn?’. An der Entwicklung des Programms durfte ich massgeblich mitwirken und ich bin sehr gespannt auf den Start im Laufe des Oktobers – ich werde bestimmt weiter darüber berichten.

Und nun stelle man sich die Verbindung der beiden oben angesprochenen Themen vor, ein Netzwerk motivierter, erfahrener Geschäftsleute mit dem Drang etwas Neues beginnen zu dürfen und eine Plattform und ein Netzwerk, das für solche Ideen die notwendigen Finanzierungslösungen anbieten kann. Das folgende Bild dürft ihr euch selbst malen. Es wird ein spannender und sehr aktiver Herbst werden, denke ich.

Mit den besten Grüssen und bis bald.

Kai

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