Gate to autumn: an ancient abandoned arch, green foliage in front of it, and an autumn yellow landscape behind.
Soziales

CAREER TRANSITION #2

Karrierestufen

(Ein bisschen Theorie kann nicht schaden)

Bei all dem bin ich wieder über Lynda Grattons grossartiges Buch “The 100-Year Life” gestolpert (empfehlenswert für alle, die sich für berufliche Übergänge interessieren), insbesondere ihr Kapitel über “Entdecker” erinnert mich an das Privileg meines derzeitigen Status, wirft aber auch ein Licht auf eine gewisse Müdigkeit, die ich gelegentlich verspüre.

“Erkundung funktioniert am besten, wenn es sich nicht um eine einfache Beobachtung handelt, so wie ein Tourist eine neue Stadt beobachten würde. Es ist ein Prozess der Auseinandersetzung… Manche Forscher sind Suchende, die sich auf eine Reise begeben, um eine Frage zu beantworten. Für andere Forscher gibt es keine einzige Frage, die sie leitet. Sie sind Abenteurer, die kein anderes Ziel haben als die alltägliche Freude am Entdecken… Erforschen funktioniert am besten, wenn es eine Zeit des echten Experimentierens ist, mit so viel Abwechslung wie möglich.”

Unser Leben hier scheint beide Aspekte zu beinhalten: In meiner Forschung werde ich hauptsächlich von einer einzigen Frage angetrieben, während der Alltag in beiden Kulturen einer alltäglichen Freude und manchmal – zugegebenermassen – stressigen Entdeckungsreise gleicht. Gratton fährt fort:

“Die Psychologie der Entdeckerphase ist interessant. Entdecker stossen an die Grenzen ihrer Existenz, entfernen sich von der Norm, konfrontieren sich damit, wie sich andere verhalten. Sie stehen … am ‘Rande des Systems’ und werfen damit ein Licht auf ihre eigenen Annahmen und Werte.”

Offensichtlich ist dies nicht immer einfach – auch wenn es sehr lohnend ist. Ausserdem gibt es Phasen im Lebenszyklus, in denen die Entdeckerphase besser passt als in anderen (wir haben gewartet, bis die intensivste Kleinkindphase vorbei war, völliger körperlicher Schlafentzug verträgt sich nicht gut mit Neugier und Entdeckergeist).

Es gibt auch verschiedene Karrieremodelle. Manche sind stabiler als andere, aber insgesamt sind die stabileren Ansätze in der heutigen Zeit vielleicht überholt. Das gilt auch für die klassische Unternehmenskarriere. In zwei Jahren als Personalleiter war ich an drei Outplacement-Runden beteiligt, die lebenslange Unternehmenskarriere ist also keineswegs mehr garantiert. Schade, wenn Ihr Lebenslauf nur auf diesen einen Job passt. Ausserdem können die steigende Lebenserwartung und die entsprechenden Arbeitsmodelle dazu führen, dass eine Karriere mit nur einem Job entweder langweilig wird oder der Ruhestand sehr lange dauert.

In meiner Karrierestudie unter erfolgreichen internationalen Managern und Fachleuten haben fast alle Teilnehmer, obwohl die Art der Karrierewechsel sehr unterschiedlich ist, bedeutende Karrierewechsel erlebt – entweder schrittweise oder plötzlich – und nur weniger als 40 % arbeiteten noch in dem Fachgebiet, in dem sie ursprünglich ausgebildet wurden. Eine weitere interessante Frage, die sich aus den Daten ergibt und auf die wir ein anderes Mal näher eingehen werden, ist die Frage, was eine “gute Karriere” ausmacht und wie wir sie angehen sollten. 

No Comments

Leave a Reply

Your email address will not be published.

HomeCategoriesAccount
Search